Orientalischer Tanz

Über den orientalischen Tanz

Orientalischer Tanz (im Volksmund auch oft Bauchtanz genannt) besticht durch seine unvergleichliche Ästhetik und Eleganz. Orientalischer Tanz steht aber nicht nur für beeindruckende Körperbeherrschung und geschmeidige Bewegungen voller Anmut, sondern auch für ungebremste Lebensfreude, was man bei temperamentvollen Trommelrhythmen erleben kann.

Orientalischer Tanz hat seinen Ursprung in Ägypten, wo er auch heute noch hohen Stellenwert bei festlichen Aktivitäten einnimmt. Der Tanz faszinierte seit jeher viele Reisende und verbreitete sich so auch in anderen Ländern. Zu seiner Beliebtheit trugen sicherlich auch seine vielfältigen Tanzformen bei. So gibt es unter anderem den volkstümlichen Baladi, den spannenden Stocktanz, zackige Trommelsoli, oder auch die in Europa und Amerika beliebte „Oriental Fantasy“, bei der die Tänzerinnen ihre Kunst des Schleiertanzes unter Beweis stellen und das Publikum eintauchen lassen in eine Welt wie aus „Tausendundeiner Nacht“.

 

Interview mit unserer Trainerin für Orientalischen Tanz, Laila Naima

Vor deiner Entdeckung des Orientalischen Tanzes hast du Ballett getanzt und warst lange Zeit erfolgreiche Turniertänzerin im Bereich Standard & Latein. Wie kam es dazu, dass du den Orientalischen Tanz für dich entdeckt hast?

 

Ich wollte unbedingt einen Tanz lernen, bei dem ich auf keinen Partner angewiesen war, denn in meiner Studienzeit kamen mir gleich 2 Tanzpartner durch Heirat abhanden. Es blieben also Flamenco, Step und Bauchtanz.

 

Während meines Studiums gab ich Tanzkurse für Standard und Latein. Eines Tages schneite  eine wunderschöne Libanesin in meinen Kurs, kam mit zum Abschlussball, den wir am Semesterende in Karlsruhe hatten, und bei der daran anschließenden Party bei mir zu Hause – in Ballkleid und Anzug – steckte sie eine Kassette in meine Stereoanlage, wickelte mir meine Tischdecke um und meinte, dass sie mir jetzt mal tanzen zu richtiger Musik zeigen würde.
Ich war begeistert von der Musik, den Bewegungen, aber am meisten von der jungen Frau selbst, die faszinierend war. Als wir uns studienortbedingt aus den Augen verloren, wollte ich unbedingt weiter tanzen und suchte mir eine Lehrerin. In den nächste Jahren prägte mich Reyhan in Frankfurt, der ich sehr viel verdanke, und in deren Ensemble „Orienta“ ich auch einige Jahre mitwirkte. Dann kam eines Tages Raqia Hassan nach Deutschland zu einem Workshop. Ich war jung, hatte keine Ahnung von dem, was auf mich zukommen würde. Der Workshop war der Anfang einer Offenbarung, und diese ehrwürdige Dame brachte für mich Ägypten nach Deutschland. Raqia ist die Organisatorin des ersten Festivals „Ahlan wa Sahlan“ in Kairo, das seit Jahren erfolgreich stattfindet.

 

Welche der unterschiedlichen Stilrichtungen tanzt du am Liebsten?

 

Nach der Erfahrung mit Raqia Hassan hatte ich meinen Meister und meinen Stil gefunden. Das war es, was ich lernen wollte – klassisch ägyptischer Stil. Reyhan mit ihrer großen Liebe zum Baladi prägte mich über Jahre für diesen wunderbar erdigen, urweiblichen Tanz, den ich bis heute am allerliebsten mag und tanze, wann immer ich kann – mein absolutes Steckenpferd.

 

 

Was für Neuerungen und Entwicklungen im Orientalischen Tanz konntest du in den letzten Jahren beobachten?

 

Die Entwicklung neuer Stile wie zum Beispiel Tribal oder Fusion. Da ich aber meiner Liebe für den klassisch ägyptischen Stil treu blieb, probierte ich nicht viel Neues aus - privat ein wenig, auf der Bühne gar nicht. Ich wollte lieber eines richtig und so gut und vertiefend wie möglich ausschöpfen und lernen, und mich nicht breiter aufstellen. Die anderen Stile können andere viel besser; Anderes hat mich auch nie so berührt wie der Baladi.

 

 

Seit wann kennst du den TSC Couronne und wie kam es dazu, dass du im Verein als Trainerin angefangen hast?

 

Ich suchte mir nach der Episode mit der wunderschönen Libanesin eine Lehrerin. Als ich gerade aus dem Ausland zuück kam und mein Diplom in Heidelberg machte, war der Couronne in Heidelberg naheliegend und sehr günstig für mein schmales Studentenbudget. Die damalige Lehrerin, Sylvia Sylla, hatte einen Anfängerkreis und eine Mittelstufe. Ich fing an, tanzte aber überall, wo ich konnte und wann immer ich es mir leisten konnte: Workshops, Projekte, Kurse bei Reyhan, Raqia Hassan, Momo Kadous und vielen Tänzerinnen vor Ort. Ich ließ überhaupt niemanden aus.

 

Was ist deine größte Herausforderung als Trainerin? Und was bereitet dir am meisten Freude?

 

Die größte Herausforderung? Die Zeiten haben sich geändert, seitdem ich 2000 die Kreise im Couronne übernahm. Damals gab ich einen „Schnupperworkshop“ und hatte einen neuen Kurs relativ schnell voll, mit 15-18 Personen.

Heute gibt es viele Studios und Lehrerinnen, die Konkurrenz ist groß. Jeder sucht sich seinen Stil und seine Lehrerin. Heute melden sich viele begeistert an, kommen 3 Mal und dann nie wieder. Sie bleiben zwar angemeldet, tauchen aber nicht mehr auf. Die Herausforderung ist also, damit umzugehen, dass die Kontinuität abgenommen hat, was in all den Jahren immer wieder passiert ist, und – durchzuhalten. Es ist ein Auf und Ab. Allerdings folgt auf ein Ab immer ein Auf, das hat die Erfahrung gezeigt. Oft ganz überraschend.

 

Ich unterrichte wirklich gerne, weil ich den Tanz liebe. Es macht mir große Freude, Frauen jeden Alters zu unterrichten, die motiviert sind und Lust haben regelmäßig jede Woche zu kommen, um einfach zu wunderschöner, ergreifender Musik zu tanzen. Frauen, die, etwas erfahren wollen über diese fremde Musik, die Rhythmen, die verschiedenen ägyptischen Tanzstile und die Kultur.
Dabei gebe ich immer ein Stückchen von mir selbst, von meiner Liebe zum orientalischen Tanz und der Kultur, aus der er kommt. Alle Frauen sind willkommen, die einfach nur tanzen wollen und mit Spaß und Motivation dabei sind.

 

Welche Ziele verfolgst du in deinem Unterricht?

 

Tanzen! Wir tanzen sofort ab der ersten Stunde mit einigen wenigen leichten Grundbewegungen. Ich möchte, dass die Frauen schnell Musik umsetzen können, damit sie sie fühlen können. Später erzähle ich Typisches über die Musik, die verschiedenen uns fremden Rhythmen, die vielen Tänze besonders in der Folklore und Typisches für die orientalische, insbesondere ägyptische Kultur.

 

Für wen ist dein Unterricht genau das Richtige?

 

Für alle! Für alle Frauen, die Lust haben, sich zu Musik zu bewegen. Dieser Tanz berührt die Seele, ein tolles Hobby! Es macht Spaß!

 

Und wer über das Hobby hinaus mehr lernen will, kann an meinen privaten Projekten und Workshops teilnehmen und es vielleicht sogar bis auf die Bühne meiner jährlichen Show im Oktober schaffen und dort teilnehmen! Es ist ein großes Fest mit Workshop-Programm, Basar, orientalischen Köstlichkeiten und einer Bühnenshow mit orientalischer Live-Musik (!), die jeder einfach nur genießen kann – ob nun auf der Bühne oder als Zuschauer. Namhafte KünstlerInnen aus dem In- und Ausland tanzen und unterrichten – eine tolle Chance für alle!

Mehr zu den Trainingszeiten, Anforderungen & Trainingsniveaus gibt es unter Training.

Mehr über die Trainer ist hier zu lesen.

Fragen rund um Orientalischer Tanz gerne der Sportwart.